Schützengilde gegr. 1407 e. V. Herzberg (Elster)    zurück


Vom Schützenhaus zum Kulturhaus

Eng verbunden mit der Geschichte und den Geschichten unserer Vaterstadt war stets die Herzberger Schützengilde, die bereits 1454 erstmals urkundliche Erwähnung fand.

Ebenfalls aus Urkunden ist zu erfahren, dass 1592 der Schützengesellschaft zur Erbauung eines „Schützen-häusleins“ 20 Stämme gegen halbe Bezahlung von der kurfürstl.-sächs. Regierung bewilligt werden. Es wird angenommen, dass dieses „Häuslein“ bereits am heutigen Standort errichtet wurde. In den Jahren 1729, 1746 und 1785 erfährt das Schützenhaus jeweils bauliche Erneuerungen.

Das im Jahr 1785 erbaute Haus blieb nur bis 1828 im Besitz der Schützengilde, denn der von der königlichen Regierung auferlegte Um- und Aufbau konnte von den Schützen nicht mehr finanziert werden. Somit wurde das Haus an das Mitglied Johann Gottfried Große über eine Erbpacht veräußert. Diese besagt wörtlich, dass das „Schießhaus

mit seinen Rechten und Gerechtigkeiten, Nutz- und Beschwerungen, aber mit den auf dem Schießhaus haftenden Rechte des Bier- und Brandweinausschankes, welches jedoch in der Befugnis Herzbergsches Bier zu vergläsern besteht, dem Käufer überlassen wird“. Interessant ist weiterhin, dass sich von der Schützengilde in diesem „Contract“ ausgedungene, „beim Königsschießen als zu jeder anderen beliebigen Zeit den Zutritt zum Schießhaus zu gestatten.“ Ansonsten stand das Haus dem Wirt zur Durchführung anderer Vergnügen und Veranstaltungen frei.

 

 

Vom Schützenhaus zum Kulturhaus

 

Große baute nach dem Erwerb die seinerzeit geforderten Blenden, Schutzmauern, Stackate und die eigentliche Schießbude. As Wohnhaus blieb unverändert und erhielt einen stattlichen Saalanbau. Im Jahre 1876 wurde das gesamte Schützenhaus ein Raub der Flammen. An gleicher Stelle ließ Hoyer nach den Plänen des Baumeisters A. Michaelis ein neues Schützenhaus errichten. In der folgenden Zeit wechselte, bedingt durch verschiedene Umstände, dieses mehrmals den Besitzer. 1940 kaufte der damalige Kinobesitzer und Gastwirt Adolf Schimm endlich das Haus und ließ unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg vollkommen neue Toilettenanlagen im Keller sowie neue Treppenaufgänge schaffen. Nach dem frühen Tod von Adolf Schimm wurde von dessen Erben das Schützenhaus am 14.07.1954 an den Rat der Stadt Herzberg (Elster) verpachtet. Durch den Kauf des gesamten Grundstückes wurde das in der Zwischenzeit offiziell in „Volkshaus“ umbenannte Haus Volkseigentum. Im Juni 1957 begann man mit umfang-reichen Umbauarbeiten, die bis zu den Feierlichkeiten anlässlich des 775-jährigen Bestehens der Kreisstadt Herzberg im Juni des Jahres 1962 abgeschlossen wurden. Im Jahre 1963 erhielt es den Namen „Kreiskulturhaus“.

 

Quelle: Heimatkalender 1958

 

 

Ein Meisterschuss rettete die Elsterstadt … und mehr erfahren

Sie in den folgenden historischen Teilen:
      - Bogenschützen und Wildsauen (1) und (2)

     - spanischen Eroberern bis zur Todesstrafe (3) und (4)
     - Meisterschuss rettete die Elsterstadt (5) und (6)
     - Zwischen Fürstenhonneurs und Doppeljubiläen (7), (8) und (9)
     - Die Schützengilde im 19. Jahrhundert (10)

     - Das letzte große Schützenfest vor 100 Jahren (11), (12), (13), (14) und (15)

      - Zwischen Ehresalut und Schützenmarsch (16) und (17)
     
- Die Chronik der Jäger-Kompanie Herzberg (Elster) (18), (19), (20) und (21)
     
- Das letzte Friedensschützenfest (22), (23), (24), (25) und (26)

     - Vom „Volksschützenfest“ zur Wendezeit (27) und (28)

     - Die Wiedergeburt der Schützengilde (29), (30) und (31)

     - Das neue Schützenzentrum am „Weißen Berg“ (32), (33) und (34) ++++Ende

 

 

Repro: H. Knuppe

 

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